Einführung in den Islam: Die fünf Säulen

Aktualisiert: 6. Nov. 2020

Mit der Zunahme an dem Anteil der muslimischen Bevölkerung im deutschsprachigen Raum kommen immer mehr Fragen zu diesem fremden Glauben auf. Wer sind diese Menschen, welche sich Muslime nennen? An was glauben sie? Sie nennen ihren Gott Allah und uns Schriftbesitzer, haben sie etwas mit uns zu tun? Und wer ist dieser Mohammed von dem sie so hoch sprechen? Auf diese und weitere Fragen gehen wir hier ein!


Als Muslime bezeichnen sich Jene, welche an den Gott Allah (arab. الله) und Mohammed (arab. محمد) als seinen Gesandten und an den jüngsten Tag glauben. Sie haben fünf Pflichten zu erfüllen:



Das Glaubensbekenntnis sprechen: Das Glaubensbekenntnis (Shahâda arab. الشهادة) muss hierbei in arabisch rezitiert werden. Es lautet:


لا إله إلا الله محمد رسول الله

"La ilaha illa Allah wa Muhammad rassul Allah"


"Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet."


Man wird auch erst (wieder) Muslim, wenn man dieses vor der Glaubensgemeinschaft (Ummah arab. أمة) ablegt.


Die vorgeschriebenen Gebete verrichten: Es gibt insgesamt fünf Gebete (Salat arab. صلاة), welche zu beten sind. Diese sind: Sobh/Fajr (arab. فجر) wird bei Tagesanbruch mit zwei Rumpfbeugungen und Prosternationen (Rakaas arab. ركعة) gebetet, Wenn die Sonne ganz oben steht und sich langsam von der Mitte des Himmels senkt, dann muss das Dohr (arab.ظهر) mit vier Rakaas gebetet werden, Asr (arab. عصر) wird nach der Zeit für Dohr mit vier Rakaas gebetet, Maghrib (arab. مغرب) wird nach dem Sonnenuntergang mit drei Rakaas gebetet und Ischa (arab. عشاء) wird mit vier Rakaas nachdem die letzten Sonnenstrahlen nicht mehr zusehen sind, gebetet.



Das Fasten im Ramadan: Im Monat Ramadan (arab. مضان) muss gefastet werden. Das Fasten nennt sich Saum (arab. صوم) bzw. Siyam (arab. صيام). Hierbei handelt es sich um eine Prazis bei welcher am Tag gefastet (Verzicht von Essen und Sex) und in der Dämmerung das Fasten gebrochen wird. Erst wieder zu Tagesanbruch wird wieder gefastet. Während der Nacht wird meistens ein Festmahl zubereitet und gegessen. Am Ende des Ramadans wird das Fasten edgültig gebrochen. Dieses Event nennt sich Zuckerfest (Eid al-Fitr arab. عيد الفطر).



Almosen geben: Die Armensteuer (Zakāt arab. زكاة) ist ein prozentueller Anteil des Ersparten, welcher von jedem Einzelnen ausgezahlt werden muss. Diese Almosen (Aṣ-ṣadaqāt arab. صدقات ) kommen dann den Armen (Li-l-faqīr arab. للفقير), den Bedürftigen (Wa-l-masākīn arab. والمساكن), denen, die sich um sie kümmern (Wa-l-ʿāmilīn ʿalai-hā arab. والعاملين حلاها), denen, deren Herzen gewonnen werden sollen (Wa-l-muʾallafati qulūbu-hum arab. والمعلفات قلبي هم), den Sklaven (fī r-riqāb arab. للرقاب), den Schuldner (Wa-l-ġārimīn arab. والسلام) und den Sohn des Weges (Wa-bni sabīl arab. وبني سبيل) zugute.


Das wird im Koran in Sure At-Tauba Aya 60 beschrieben:


۞ إِنَّمَا ٱلصَّدَقَـٰتُ لِلْفُقَرَآءِ وَٱلْمَسَـٰكِينِ وَٱلْعَـٰمِلِينَ عَلَيْهَا وَٱلْمُؤَلَّفَةِ قُلُوبُهُمْ وَفِى ٱلرِّقَابِ وَٱلْغَـٰرِمِينَ وَفِى سَبِيلِ ٱللَّهِ وَٱبْنِ ٱلسَّبِيلِ‌ۖ فَرِيضَةً مِّنَ ٱللَّهِ‌ۗ وَٱللَّهُ عَلِيمٌ حَكِيمٌ (٦٠)

"ʾinnamă ṣ-ṣadaqātu li-l-fuqarāʾi wa-l-masākīni wa-l-ʿāmilīna ʿalayhā wa-l-muʾallafati qulūbuhum wa-fĭ r-riqābi wa-l-ġārimīna wa-fī sabīli llāhi wa-bni s-sabīli farīḍatan mina llāhi wa-llāhu ʿalīmun ḥakīmun"

"Die Almosen sind nur für die Armen, die Bedürftigen, diejenigen, die damit beschäftigt sind, diejenigen, deren Herzen vertraut gemacht werden sollen, (den Loskauf von) Sklaven, die Verschuldeten, auf Allahs Weg und (für) den Sohn des Weges, als Verpflichtung von Allah. Allah ist Allwissend und Allweise."



Die Pilgerfahrt machen: Wenn es einem möglich ist, muss man die große Pilgerfahrt (Ḥaǧǧ arab. حج) nach Mekka (arab. مكة) machen, um dort die Kaaba (arab الكعبة) sieben mal zu umrunden und, wenn möglich, den schwarzen Stein (Al-ḥaǧar al-aswad arab. الحجر الأسود) zu küssen, welchen Mohammed selbst geküsst hat. Natürlich besteht sie aus mehr Teilen, aber darauf gehen wir in einem anderen Blogbeitrag genauer ein. Sie kann allerdings nur in einem gewissen Zeitraum, also am achten bis zwölften Tag des Monats Ḏū l-Ḥiǧǧa (arab. ذُو الحِجّةِ) gemacht werden. Dagegen kann die kleine Wahlfahrt (Umra arab. عمرة) immer gemacht werden.


Um in einen der höheren Himmeln des Paradies (ǧanna arab. جنّة) zu gelangen, die Strafe des Grabes (‘Adhāb al-qabr arab. عذاب القبر‎) durch die zwei Todesengel (Munkar wa Nakīr arab. منكر و نكير) und in der Hölle (ǧahannam arab. جهنم) kurz zu halten, muss man durch diese Pflichten so viele Einheiten von guten Taten (Qīrāṭ arab. قِيرَاط‎) wie möglich verdienen.


Aus christlicher Sicht eine problematische Haltung, aber dazu in

"Nachfolger Christi oder Sklave Allahs?" Bleibt gespannt!

4 Ansichten0 Kommentare